Sonntag, Oktober 15, 2017

Biokiste und Essenspläne

Immer wieder mal haben wir überlegt, ob eine Biokiste nicht was für uns wäre. Ausprobiert haben wirs nie - auf der Zweifelseite standen bei mir v.a.: Zu wenig flexibel, da muss ich ja planen, was ist wenn ich auf einemal Lust auf was anderes habe? Ich mache mir durchaus für ca. 3 Tage im Voraus grob Gedanken, was wir so essen, aber so sehr penibel halte ich mich dann normalerweise nicht an die Pläne. Wocheneinkauf machen wir also auch nicht, ich besorge viel zu Fuß und mit dem Fahrrad im örtlichen kleinen Nahkauf (da gibts dann halt auch nicht alles..), meistens öfter die Woche und nutze den kleinen "Markt" (also einen Gemüse/Obststand), den es hier einmal wöchentlich gibt. Wenn wir Ausgefallenere Sachen möchten, fährt meistens der Mann zum Edel-Edeka 2 Dörfer weiter (ich arbeite Samstag vormittags ja und wenn ich nicht arbeite, sind wir meistens unterwegs).

Als wir noch bei Nürnberg gelebt haben und ich in der Innenstadt gearbeitet habe war das eh keine Frage - ich hatte jeden Tag Zugriff auf den Markt, da war frisches, regionales Gemüse überhaupt kein Problem. Jetzt sieht das etwas anders aus, der Marktstand hat kein soo breites Angebot und im Nahkauf schwankt Angebot und Qualität ziemlich. Bio eher nicht, regional auch eher schwierig.

Drum haben wir uns letztens auf dem Hoffest der Dinkelberger Landbauwerkstatt in Schopfheim für ein Probe-Abo der Dreiland-Biokiste entschieden. Denn ohne Ausprobieren kann man ja schlecht etwas dazu sagen.


Der Hof arbeitet nach Demeter-Richtlinien, liefert nicht nur eigene Produkte sondern auch zugekauftes Obst und Gemüse, Brot, Säfte, Milchprodukte und auch Fleisch kann bestellt werden. Die Kisten sind sehr flexibel - neben verschiedensten Basiskisten gibt es immer die Möglichkeit alles Vorgeschlagene aus der Kiste zu werfen und aus dem Online-Shop andere Dinge hineinzulegen - gerade das stelle ich mir attraktiv vor, so komme ich an Dinge, da weiß ich entweder nicht, ob es sie vielleicht im Laden geben wird oder ich weiß, dass ich sie hier vor Ort definitiv nicht bekomme.
Geliefert wird im Rhythmus, den man sich aussucht, maximal 1x die Woche. Wir testen jetzt mal die kleine Biokiste 1x pro Woche, alle zwei Wochen gibts 6 Eier dazu. Am Mittwoch kam die erste Lieferung - problemlos in der Garage abgestellt, qualitativ sahen die Sachen alle wunderbar aus.

Es gab:
1 Kopf Eichblattsalat
Möhren
Spaghettikürbis
1 Mango
Lauch
Rote Bete
2 Auberginen
und die bestellten Eier

Bis auf die Mango kommt alles vom Hof selbst.

Und was koch ich jetzt draus? Ehrlicherweise hat es mir sogar Spaß gemacht, einen Plan zu schreiben, was ich daraus wohl kochen werde. Ich schreib das hier mal auf - auch um für mich zu sehen, ob das klappt. Und für andere ist das ja vielleicht auch ganz interessant.
Die Kiste kommt Mittwochs, drum startet die Liste am Mittwoch..

Mi: Spaghettikürbis aus dem Ofen mit Tomatensalsa, Avocado und Ei - nuja, das war jetzt nicht so der Bringer. Ich habe noch nie vorher Spaghettikürbis gegessen, schmeckte aber ehrlich gesagt nach sehr wenig, das lag a) am Rezept b) vermutlich auch am Kürbis. Mit aromatischem Hokkaido oder Butternut kann er meiner Meinung nicht mithalten. Mir hätte auffallen sollen, dass da was von von Low-Carb-Küche stand..
Do: Salat mit Mango und panierten Fetawürfeln; Möhrenbrot backen
Fr: Geplant waren Eier in Senf-Gurkensauce mit Kartoffeln - tatsächlich kam ich nach einem Kurs erst gegen halb 9, 9 nach Hause und wir hatten noch Kürbis von Mittwoch übrig.. also gabs aufgepepptes Spaghettikürbisgratin (mehr Würzung, mehr Tomate, mit Käse überbacken. Schon etwas besser!)
Sa: Geplant war Auberginen-Linsen-Topf  - tatsächlich waren wir mittags mit dem Kurs essen, wir hatten also abends a) keinen Hunger und dementsprechend b) keine Lust zu kochen. Also gabs noch eine Brotzeit und fertig
So: Gibts den Auberginen-Linsen-Topf halt heute ;)
Mo: Und hier sollen es dann die Eier in Senf-Gurkensauce von Freitag werden
Di: Lauch-Kartoffelsuppe mit Räucherfisch
Mi: Graupensuppe mit viel Wurzelgemüse

Tja.. und Mittwoch kommt ja schon wieder die neue Ladung. Noch nicht verarbeitet oder verplant: Rote Bete (Problem: Brauch Zeit zum Garen im Ofen - also eher nix für unter der Woche nach der Arbeit, aber die hält ja noch eine Weile). Außerdem habe ich noch Salat übrig, aber den werde ich als Mittagessen unterbringen.
Wie man sieht - so ganz geklappt hat das mit dem Plan nicht. Da bleiben Reste, da ändern sich Pläne.. mal gucken, wie es nächste Woche weitergeht. Der Warenkorb steht jedenfalls schonmal ;).

Und ihr so? Was habt ihr für Erfahrungen mit Biokisten? Und Essensplänen? Haltet ihr euch da dran? Klappt das bei euch?

Das ist hier übringes keine Werbung, wir bezahlen unsere Biokiste selbstverständlich selbst, ich kann also ganz unabhängig berichten ;).

Kommentare:

  1. Spannendes Experiment! Für Rote Bete hätte ich einen Vorschlag, stand vor Kurzem nämlich vor derselben Frage, nur dass die Rote Bete als Geschenk von der Nachbarin kamen. Ich habe sie mit Feta im Ofen gebacken - sooo lecker! Mein abgewandeltes Rezept habe ich hier verewigt. Vielleicht ist das ja was für euch!

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    1. Oh, das klingt sogar sehr nach meinem Geschmack - mag ich doch auch einen Salat mit Rote-Bete-Carpaccio und gebackenem Feta sehr gern.. und eine halbe Stunde im Ofen klingt jetzt auch machbar. Danke für die Anregung!

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  2. Ich habe keine Biokiste, weil ja immer Nachschub kommt. Speisepläne stelle ich durchaus auf, ich bestelle ja im voraus bei den Marktschwärmern. Aber wenn ich vom Plan abweiche, was immer wieder vorkommt, kann ich viel besser nachsteuern. Darum werde ich wohl auch in Zukunft keine Kiste abonnieren.

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  3. Ich habe knapp zwei Jahre lang eine Biokiste wöchentlich bekommen und habe es geliebt :-) Die Sachen waren von der Qualität her echt super und ich habe dadurch auch häufiger Gemüsesorten probiert, die ich sonst selten bis gar nicht kaufe. So habe ich in der Zeit viele neue Gerichte ausprobiert und Zubereitungsarten kennengelernt. Leider musste ich die Kiste vor einigen Wochen abbestellen, weil mir meine "Abstellmöglichkeit" für die Lieferung tagsüber weggefallen ist und ich noch keine andere Lösung gefunden habe.

    Dass man mit so einer Kiste mehr planen musst, stimmt absolut. Ich habe auch dadurch damals angefangen, Essenspläne zu machen und mittlerweile ist es mir total in Fleisch und Blut übergegangen. Ich plane für eine ganze Woche, beginnend am Freitag, wo früher die Kiste geliefert wurde und ich außerdem den Wocheneinkauf im Supermarkt erledige. Ich lasse allerdings immer 1 - 2 Tage pro Woche "unverplant", falls spontan was dazwischen kommt, um Reste aufzubrauchen oder falls man doch mal spontan Lust auf was anderes hat und das dann kurzfristig einkauft. Ach und ich halte mich nicht immer an die geplanten Tage, also tausche z.B. die Gerichte, die für Montag oder Dienstag geplant waren, nach Lust und Laune miteinander (soweit es die Haltbarkeit der Zutaten hergibt natürlich). Funktioniert inzwischen super so für uns.

    Viele Grüße,
    Kirsten

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    1. 1-2 Tage unverplant lassen - klingt nach einem hervorragenden Plan, das werd ich das nächste Mal auch so handhaben. Beim Rest lasse ich sowieso Spontanität walten, das kann und will ich mir auch gar nicht abgewöhnen ;).

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  4. Hach, vom Hof Dinkelberg! Wie schön!
    Wir sind seit einigen Jahren im Förderverein und beziehen immer mal wieder unser Fleisch von dort (Gemüse kommt ja aus dem eigenen Garten).
    Am Hoffest waren wir auch, da hätte man sich ja wahrscheinlich fast über den Weg laufen können. Bei den Menschenmassen allerdings.... :-D

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    1. Ja, den hatten wir schon öfter im Blick, jetzt waren wir endlich mal dort. Und ja, da war mächtig was los.. ;). Bei deinem Traumgarten brauchst du natürlich keine Gemüsekiste, ich bin jetzt einfach mal gespannt, wie es weitergeht. Wie zufrieden bist du mit der Fleischqualität?

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    2. Wir finden das Fleisch von dort super. Man schmeckt die Qualität einfach! Ich finde das Prinzip einfach klasse, dass ein Rind pro Monat geschlachtet wird und dann hat es halt so lange es hat. Wir bestellen recht selten, aber immer ein bisschen mehr und frieren es dann auf Vorrat ein. Reicht uns bei unserem eher geringen Fleischkonsum recht lange.

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  5. Ich beziehe jetzt schon viele Jahre (5 oder so) eine wöchentliche Biokiste. Das schöne ist, dass man sich die bei unserem Biobauern individuell im Webshop zusammenstellen kann! Seitdem erstelle ich auch wöchentliche Essenspläne, auch wenn da natürlich mal Tage getauscht werden oder so.

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    1. Genau, so geht funktioniert das hier auch - die fertige Kiste ist quasi nur ein Vorschlag, theoretisch kann ich auch alles entfernen und selbst zusammenstellen. Ich glaub, sonst hätt ich das nicht gemacht, aus Angst jede Woche Möhren und Sellerie verarbeiten zu müssen (nicht falsch verstehen, ess ich sehr gerne, aber eben auch ab und an mal was anderes ;) ).

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  6. Wir haben seit 3 1/2 Jahren jede Woche eine Biokiste, wobei es genaugenommen ein Ernteanteil einer Genossenschaft ist (http://kartoffelkombinat.de). Beim Inhalt des wöchentlichen Ernteanteils kann man praktisch nichts ändern - lediglich bei der jährlichen Anbauplanung kann man ein wenig mitwirken. Was allerdings aufgrund der Fruchtfolgen und Mengen trotzdem nur bedingt möglich ist. Vielfalt in den Kisten wird versucht einzuhalten. Wintergemüse fängt jetzt leider wieder langsam an und wird bis April/Mai dauern, aber so ist das mit Bio & Regional...
    Ich habe aufgehört mir mehr als einen/zwei Tage im Voraus Pläne zu machen. Ich schau in den Kühlschrank und entscheide dann worauf ich Lust habe und wann was weg möchte. Ggf. werden noch fehlende Zutaten zugekauft. Denn es bleibt nicht aus, dass regelmäßig noch etwas von der Vorwoche übrig bleibt. Lediglich bei Salat, Spinat & Co versuche ich in weniger als 4 Tagen nach Kistenerhalt zu verbrauchen.
    Das wichtigste ist, dass man alles im Kühlschrank so lagert, dass es auch ggf. noch eine Woche länger durchhält. ;-)

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  7. Ich überleg auch immer wieder um eine Biokiste herum, krieg sie aber nicht ganz in mein Leben integriert! Unter Woche lebe ich am Bodensee, da ich in der Schweiz arbeite, am Wochenende bin ich bei V in München. Also frage ich V zur Wochenmitte, was sie gern am Wochenende essen möchte, was an Programm geplant ist, ob wir Gäste haben, mache meist ein paar Vorschläge und kaufe dementsprechend ein; entweder in Konstanz noch auf dem Wochenmarkt am St. Stefansplatz oder auf dem Viktualienmarkt. Unter der Woche ist die Situation komplizierter, da koche und esse ich mit meiner Schwester und deren Freund zusammen; da böte sich eine Biokiste an; auch, weil die beiden Vegetarier sind. Leider kommen wir abends mit unseren CH-jobs immer recht spät heim, meine Schwester hat zudem noch ehrenamtlich- politische Termine, so dass oft genug keine gemeinsame Mahlzeit am Abend stattfinden kann, was wir bedauern.

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    1. Wenn ich Zugriff auf Wochenmärkte mit breiterem Angebot hätte, hätte ich auch keine Kiste. Dann kauf ich lieber spontan und vollkommen ungebunden ein - aber so ist das für mich evtl. ein guter Kompromiss.

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  8. Wie toll!
    Ich hatte auch lange eine Biokiste und hab die immer auf meinem Blog gezeigt. Ich hab immer tolle Rezepttipps bekommen. :)
    Aktuell hab ich nur keine mehr, weil ich vom elterlichen Garten "mitversorgt" werde. Das ist natürlich auch nicht schlecht. ;-)

    Ich ess rote Beete übrigens auch gerne als Rohkostsalat. Fein geraspelt mit Karotte und Apfel. Oder hauchdünn geschnitten, mit Olivenöl beträufelt, dazu Feta darübergekrümelt, Rucola oder Basilikum und geröstete Pinienkerne. Hmmm!

    Liebe Grüße
    Melissa

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    1. Stimmt, gehobelt oder geraspelt mag ich sie auch sehr gern, und die Kombi mit Feta geht immer! Könnt ich glatt nächste Woche machen.. danke :D.

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  9. Hallo Kathi, wir hatten etwa 4 Jahre lang eine Bio-Kiste. Dann aber nicht mehr. Uns fehlte irgendwann die Flexibilität mal spontan was anderes zu kochen. Zwar waren wir damals 2 Erwachsene + 2 Kleinkinder, aber letztlich mussten wir immer Biokiste essen. Das war auch alles Demeter und lecker, aber irgendwie halt doch einseitig, was halt der Hof gerade so hergab. Wir haben zum Glück einen schönen Wochenmarkt und unter der Woche einen Regioladen, den es zu Biokistenzeiten noh nicht gab... Kommt unserem chaotischen Alltag mit 2 Kids + 2 arbeitenden Erwachsenen besser entgegen.
    Schnell geht es mit der Roten Bete geraspelt ins Risotto. Noch 1 Apfel und Thymian/ Rosmarin dazu, lecker!

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